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Okt.2007

Den Alterungsprozess bewusst gestalten
WEITERBILDUNG Späälkring veranstaltet in Rostrup einen Maskenbildnerlehrgang für Theatergruppen

Anita Bruns, Chefmaskenbildnerin am Oldenburgischen Staatstheater, schulte die Teilnehmer. Mitglieder von zehn Laientheatern nahmen an dem Fortgeschrittenenkurs teil.
VON INKA FÜRUP
ROSTRUP - Aus „Jung wird Alt". So könnte das Motto eines Lehrgangs für bühnengerechtes Schminken lauten, den die Abteilung Späälkring im Oldenburger Heimatbund „De Spieker" in Rostrup veranstaltete. Rund 20 Teilnehmer aus plattdeutschen Theatergruppen und Bühnen waren gekommen, um in den Räumen der Frisörinnung der Berufsbildenden Schulen das Rüstzeug für eine „perfekte Typverwandlung" zu erhalten. Späälkring-Leiter Peter König und Anita Bruns, Chefmaskenbildnerin am Oldenburger Staatstheater, begrüßten die Gäste.
„Dies ist ein Fortgeschrittenenkurs. Mit Hilfe falscher Glatzen und blassen Make-Ups wollen wir einen Alterungsprozess ins Greisenalter simulieren", erläuterte Anita Bruns. Viele der Teilnehmer hätten schon in den vergangenen Jahren an ähnlichen Veranstaltungen teilgenommen und beschäftigten auch in ihren eigenen Theatergruppen intensiv mit der Kunst des Maskenbildnerns.


So wird es gemacht: Fachwissen sowie Tipps und Tricks für das bühnengerechte Schminken vermittelte Chefmaskenbildnerin Anita Bruns den Teilnehmern. BILDER:FÜRUP


Vorher: Giesla Öltjen aus Ocholt ließ sich schminken

Nachher: Giesela Öltjen als Greisin.

Tatsächlich waren die Modelle bereits nach kurzer Zeit
kaum wiederzuerkennen. Mit Hilfe des sogenannten „Glatzöls", eines flüssigen Kunststoffes, wurden die „Glatzenrohlinge" auf Glasköpfen vorgefertigt und anschließend auf den Kopf des Modells aufgeklebt. Auch die Gesichter wurden mit einer dünnen Kunststoffschicht versehen. Darauf trugen die Teilnehmer anschließend dicke Schichten einer speziellen Theaterschminke auf.
Auch das Abpudern gegen Glanzeffekte durfte nicht fehlen. Anita Bruns betrachtete die Arbeiten der Teilnehmer voller Stolz. „Die Ergebnisse sind super", freute sie sich. „Hier handelt es sich um weit mehr als reines Handwerk: Das ist Maskenbildnerkunst", meinte die Expertin, als sie die Schminkarbeiten begutachtete. Auch Späälkring-Leiter König war mit der Veranstaltung sehr zufrieden. „Im Späälkring des Heimatbundes sind 69 Theatergruppen zusammengeschlossen. Zehn davon beteiligen sich heute an diesem Fortgeschrittenenkurs mit jeweils einer Maskenbildnerin und einem Modell. Mit einem solchen Weiterbildungsangebot wollen wir die Laientheater unterstützen." Das weiß auch Giesela Öltjen zu schätzen. Sie ist „Späälbaas" und Maskenbildnerin im Ocholter Theaterensemble und arbeitet seit vielen Jah¬ren mit der „Kunst der Verwandlung". Diesmal fungierte sie als Modell, „um den Nachwuchs heranzubilden." Bei diesen Lehrgängen könne man sehr vieles lernen, was der Theaterarbeit diene, und das mache man doch gern.

 

Okt.2007 DREI FRAGEN AN...
JÜRGEN HENNINGS, EHRENBAAS DES HEIMATBUNDES „DE SPIEKER"

Solidarität aller Plattdeutschen ist gefordert

THEMA: STIFTUNG FÜR NIEDERDEUTSCH

VON HARTMUT KERN

FRAGE: Herr Hennings, es gibt die neue „Plattdüütsch Stiftung Neddersassen". Was ist Sinn und Zweck dieser Neugründung? HENNINGS: Es geht darum, Geld zu sammeln, um aus den Zinsen des Stiftungsvermögens die plattdeutsche Sprache zu fördern.
FRAGE: Gibt es da schon konkrete Ideen und Projekte? HENNINGS: Das Geld ist zum Beispiel für Kindergärten, Schulen, Forschung und Lehre sowie Volkshochschulen gedacht, die sich für den Erhalt des Plattdeutschen einsetzen. Es war sehr wich­tig, diese Stiftung gerade jetzt ins Leben zu rufen. Denn wenn wir es nicht mehr schaffen, die nieder­deutsche Sprache als wichtigen Bestandteil unserer nord­deutschen kulturellen Identität zu erhalten, wird in den nächsten Generationen das Plattdeutsche ganz sicher immer mehr an Bedeutung verlieren.
FRAGE: Wie wollen Sie nun das Stiftungsvermögen und damit auch die Zinserträge erhöhen?
HENNINGS: Wir müssen jetzt die breite Basis Plattdeutsch sprechender Menschen motivieren, dass ein Sprachförde­rung nicht umsonst zu haben ist. Über vielleicht fünf Jahre sollten die dem Heimatbund angeschlossenen Vereine mit jeweils einem Euro pro Mitglied und Jahr die Stiftung unterstützen. Die Solidarität aller Plattdeutschen ist gefordert. Wir müssen möglichst viele Menschen von der Idee der Stiftung überzeugen, damit die plattdeutsche Sprache weiterhin Bestand hat.
@ Stiftung unter www.plattdüütsch-stiftung.de
 

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