| Okt.2007 |
Den
Alterungsprozess bewusst gestalten
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![]() Vorher: Giesla Öltjen aus Ocholt ließ sich schminken |
![]() Nachher: Giesela Öltjen als Greisin. |
Tatsächlich waren die Modelle bereits nach kurzer Zeit
kaum wiederzuerkennen. Mit Hilfe des sogenannten „Glatzöls", eines
flüssigen Kunststoffes, wurden die „Glatzenrohlinge" auf Glasköpfen
vorgefertigt und anschließend auf den Kopf des Modells aufgeklebt. Auch
die Gesichter wurden mit einer dünnen Kunststoffschicht versehen. Darauf
trugen die Teilnehmer anschließend dicke Schichten einer speziellen
Theaterschminke auf.
Auch das Abpudern gegen Glanzeffekte durfte nicht fehlen. Anita Bruns
betrachtete die Arbeiten der Teilnehmer voller Stolz. „Die Ergebnisse
sind super", freute sie sich. „Hier handelt es sich um weit mehr als
reines Handwerk: Das ist Maskenbildnerkunst", meinte die Expertin, als
sie die Schminkarbeiten begutachtete. Auch Späälkring-Leiter König war
mit der Veranstaltung sehr zufrieden. „Im Späälkring des Heimatbundes
sind 69 Theatergruppen zusammengeschlossen. Zehn davon beteiligen sich
heute an diesem Fortgeschrittenenkurs mit jeweils einer Maskenbildnerin
und einem Modell. Mit einem solchen Weiterbildungsangebot wollen wir die
Laientheater unterstützen." Das weiß auch Giesela Öltjen zu schätzen.
Sie ist „Späälbaas" und Maskenbildnerin im Ocholter Theaterensemble und
arbeitet seit vielen Jah¬ren mit der „Kunst der Verwandlung". Diesmal
fungierte sie als Modell, „um den Nachwuchs heranzubilden." Bei diesen
Lehrgängen könne man sehr vieles lernen, was der Theaterarbeit diene,
und das mache man doch gern.

THEMA: STIFTUNG FÜR NIEDERDEUTSCH
VON HARTMUT KERN
FRAGE: Herr Hennings, es
gibt die neue „Plattdüütsch Stiftung Neddersassen". Was ist Sinn und
Zweck dieser Neugründung? HENNINGS: Es geht darum, Geld zu sammeln, um
aus den Zinsen des Stiftungsvermögens die plattdeutsche Sprache zu
fördern.
FRAGE: Gibt es da schon konkrete Ideen und Projekte? HENNINGS:
Das Geld ist zum Beispiel für Kindergärten, Schulen, Forschung und Lehre
sowie Volkshochschulen gedacht, die sich für den Erhalt des
Plattdeutschen einsetzen. Es war sehr wichtig, diese Stiftung gerade
jetzt ins Leben zu rufen. Denn wenn wir es nicht mehr schaffen, die
niederdeutsche Sprache als wichtigen Bestandteil unserer norddeutschen
kulturellen Identität zu erhalten, wird in den nächsten Generationen das
Plattdeutsche ganz sicher immer mehr an Bedeutung verlieren.
FRAGE: Wie wollen Sie nun das Stiftungsvermögen und damit auch die
Zinserträge erhöhen?
HENNINGS: Wir müssen jetzt die breite Basis Plattdeutsch sprechender
Menschen motivieren, dass ein Sprachförderung nicht umsonst zu haben
ist. Über vielleicht fünf Jahre sollten die dem Heimatbund
angeschlossenen Vereine mit jeweils einem Euro pro Mitglied und Jahr die
Stiftung unterstützen. Die Solidarität aller Plattdeutschen ist
gefordert. Wir müssen möglichst viele Menschen von der Idee der
Stiftung überzeugen, damit die plattdeutsche Sprache weiterhin Bestand
hat.
@ Stiftung unter
www.plattdüütsch-stiftung.de