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Heimatbund: Niederdeutsch nach der Landtagswahl
Fraktionen und Abgeordnete geben Auskunft / |
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15.1.08 Vor der Landtagswahl hat der Niedersächsische Heimatbund jetzt nachgefragt, wie sich die Fraktionen in der kommenden Legislaturperiode für das Plattdeutsche einsetzen wollen. Vor dem Hintergrund der Tatsache, dass die Zahl der Plattsprecher insbesondere bei Kindern und Jugendlichen dramatisch zurückgegangen ist, erkennen Politiker aller Parteien einen unmittelbaren Handlungsbedarf. Die Mehrzahl der Abgeordneten spricht sich dafür aus, dass der Spracherwerb in Schulen freiwillig (und damit ohne zusätzliche finanzielle Verpflichtung) bleiben soll. In allen Parteien gibt es aber auch Stimmen, die entweder für ein Schulfach Niederdeutsch plädieren oder doch zumindest eine höhere Verbindlichkeit des Spracherwerbs in der Schule anmahnen – so zum Beispiel der Oldenburger CDU-Abgeordnete Björn Thümler, der zu bedenken gibt, dass dazu auch die entsprechende Qualifizierung von Lehrkräften gehört. Sigrid Rakow (SPD) aus Edewecht erinnert in diesem Zusammenhang an die Entschließung des Landtages von 2005, mit der die Landesregierung u.a. aufgefordert wurde, Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass die Schulen verstärkt Angebote zum Erlernen des Niederdeutschen und des Saterfriesischen machen. Da die Europäische Sprachencharta bisher nur wenig Wirkung im Hinblick auf die Sprecherzahlen der Regionalsprache Niederdeutsch gezeigt hat, stellt der NHB als zusätzliches Instrument einen Sprachentwicklungsplan mit überprüfbaren mittel- und langfristigen Zielen zur Diskussion, der bei allen Fraktionen auf Zustimmung stößt. Ein noch weitergehendes „Sprachengesetz“ wird vor allem hinsichtlich der daraus entstehenden Kosten deutlich zurückhaltender beurteilt. Unzufrieden mit der Umsetzung der Sprachencharta in Niedersachsen zeigen sich vor allem Abgeordnete der SPD-Fraktion, auch im Hinblick auf die Streichung des Faches Niederdeutsch an der Universität Göttingen, das durch die neue 'halbe' Professur in Oldenburg nur unzureichend ersetzt werde. Die Existenz eines wissenschaftlichen Lehrstuhls allein für Niederdeutsch sei eine „Grundvoraussetzung für den Erhalt der Regionalsprache“. In einem ersten Resümee der Politiker-Umfrage stellt der Heimatbund fest, dass im Niedersächsischen Landtag in Bezug auf die Förderung der Regionalsprache nach wie vor „noch viel Informationsarbeit zu leisten“ ist. Dies gelte sowohl für die Verpflichtungen, die das Land in der Sprachencharta eingegangen ist, als auch und insbesondere für den Bildungsbereich, in dem es derzeit keine verbindlichen und verlässlichen Regelungen für Niederdeutsch gibt. Dies steht in klarem Gegensatz zu dem Ergebnis der Umfrage, die das Institut für Niederdeutsche Sprache im letzten Herbst durchgeführt hat: Hier gaben über 80% der befragten Niedersachsen an, sie würden sich mehr Plattdeutsch-Förderung in den Schulen wünschen. |